Mossolow: Die Eisengießerei, Klavierkonzert Nr. 1 u.a.

mossolowIn der russischen oder sowjetischen Musik des 20. Jahrhunderts sind noch einige Entdeckungen zu machen. Zum Beispiel Alexander Mossolow. 1900 geboren, in den 20er Jahren sehr erfolgreich, in den 30ern als Konstruktivist geschmäht und schließlich wegen „konterrevolutionärer Propaganda“ zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Eine neue CD stellt nun einige Haupt- und Nebenwerke aus den 20er Jahren vor: Musik des Aufbruchs zu musikalisch wie politisch neuen Welten. Das ist wild, packend, auf der Basis der Tradition avantgardistisch und immer überraschend – in den symphonischen Werken wie dem Klavierkonzert oder dem kurzen Stück Die Eisengießerei wie auch in der Klaviersonate, der Legende für Cello und Klavier und den vier vertonten, absurden Zeitungsanzeigen. Und hier bestens gespielt.
- Arnt Cobbers

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Dvorak: Bagatellen, Terzett, Quintett

ScharounDas aus Berliner Philharmonikern bestehende und in immer wieder veränderter Besetzung agierende Scharoun Ensemble präsentiert präsentiert kammermusikalische Perlen von Antonín Dvorák. Sie alle verbinden Dvorák-typisch eingängige Melodik und prägnante Rhythmik mit an Brahms geschulter Kompositionskunst: Die fünf Bagatellen aus dem Jahr 1878 erklingen in der aparten Originalbesetzung mit zwei Geigen, Cello und Harmonium. Das vier kurze Sätze umfassende Terzett op. 74 ist für zwei Geigen und Viola geschrieben, während das frühe, aber erst als op. 77 veröffentlichte Streichquintett zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass verlangt. So ergibt sich ein abwechslungsreiches, sehr fein musiziertes Programm.
- Arnt Cobbers

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Strauss: Symphonia domestica, Die Tageszeiten

domesticaDiese CD ist ein Muss für Strauss-Liebhaber: Die Tageszeiten ist ein 1927 komponierter Zyklus von vier Liedern für Männerchor und großes Orchester auf Gedichte von Eichendorff, in denen Richard Strauss ganz unterschiedliche Stimmungen zaubert. Das ist typisch Strauss’sche Spätromantik vom allerfeinsten, die nur deshalb nicht häufiger zu hören ist, weil kaum ein Chor die anspruchsvollen Stücke so singen kann wie der Rundfunkchor Berlin. Exzellent in ihrem Facettenreichtum ist auch Janowskis Interpretation der Symphonia domestica mit dem RSB.
- Arnt Cobbers

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Klughardt: Symphonie Nr. 4

klughardt4„Was Klughardt uns hier bietet, ist edle, gereifte Männlichkeit, die immer schnurgerade auf ihr Ziel losgeht, einfach und würdig.“ Da trauten sich Kritiker noch was! Die 1890 in Berlin uraufgeführte vierte Symphonie des damaligen Dessauer Hofkapellmeisters „ist ein durchaus nobles Werk, gediegen im Bau, klar und übersichtlich in der thematischen Struktur, voller schöner Gedanken, reich an melodischer Erfindung“, heißt es in derselben New Yorker Rezension von 1893. Und das trifft es. Kein Geniestreich, doch ein sehr zu genießendes, handwerklich blitzsauberes Werk, bestens gespielt vom Dessauer Orchester. Schöne Zugabe: die Drei Stücke für Orchester op. 87, darunter eines mit prominentem Harfensolo.
- Arnt Cobbers

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