Es war ein König in Thule

thuleSie wollten weg vom kunstvollem Handwerk nach klassischen Regeln und zurück zum Authentischen, Natürlichen. Nicht Eindruck machen sollten ihre Werke, sondern „reiner Ausdruck der Empfindung“ sein. Und so klingen die Werke der beiden „Berliner Liederschulen“ auch. Einfach, schlicht und in den besten Stücken ergreifend, auf lange Sicht aber doch oft auch simpel im negativen Sinne. Denn wir kennen, was für Schulz, Reichardt, Zelter und ihr Publikum Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts noch ferne Zukunft war: Schubert und seine Nachfolger. Dennoch ist es schön, einmal einige Perlen dieser damals sehr populären Komponisten hören zu können. Bettina Pahn singt sehr schön und schlicht, Tini Mathot begleitet stilvoll am Hammerklavier.
- Arnt Cobbers

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Kurt-Weill-Edition Vol. 1

weilllathamEinen exzellenten Überblick über das in Europa entstandene musiktheatralische Werk Kurt Weills gibt die bei Capriccio erscheinende Weill-Edition, deren erste Folge neben der bekannten Dreigroschenoper und Mahagonny vier Raritäten beinhaltet: die Schuloper Der Jagsager, die Kantate Der Lindberghflug, das Ballett Die sieben Todsünden, allesamt auf Texte von Brecht, und das Wintermärchen Der Silbersee auf ein Libretto von Georg Kaiser. Es ist immer wieder erstaunlich, auf welch hohem Niveau sich Weills zwischen Anspruch und Unterhaltung changierende Musik bewegt und wie eigenständig sie auch ohne Bilder funktioniert. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1990 bis 1997, Jan Latham-König, die guten Solisten und das WDR-Rundfunkorchester treffen den Weillschen Ton sehr genau.
- Arnt Cobbers

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Arnold Schönberg: Pelleas und Melisande, Violinkonzert

SchnbergblacherArnold Schönberg schrieb seine symphonische Dichtung Pelleas und Melisande nach Maeterlinck 1902-03, sein Violinkonzert 1935/36. Sie sind in ganz unterschiedlichen Techniken komponiert, das eine ist hochromantisch, das andere dodekaphon. Und doch zeigt die Zusammenstellung beider Werke idealtypisch, dass Schöneberg nicht einfach die Tradition über Bord werfen – sondern weiterentwickeln wollte. In beiden Werken geht es ihm um den Ausdruck höchster Leidenschaften und tiefster psychologischer Befindlichkeiten. Wo ihm das besser gelang, muss jeder Hörer selbst entscheiden. Kolja Blacher spielt fulminant, das Gürzenich-Orchester macht seine Sache unter Markus Stenz ebenfalls bestens.
- Arnt Cobbers

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Johann Abraham Schmierer: Zodiaci Musici

SchmiererMan weiß kaum etwas über den Komponisten, den 1660 in Augsburg geborenen Johann Abraham Schmierer, und ebenso wenig über die Hintergründe seiner einzigen bekannten Veröffentlichung: Die sechs Orchestersuiten mit dem Titel Zodiaci musici, musikalische Tierkreiszeichen, erschienen 1698 in Augsburg. Doch mit den Sternzeichen haben sie offensichtlich nichts zu tun. Es sind Sammlungen von erfindungsreich gestalteten Tanzsätzen im französischen Stil. Das tschechische Ensemble Tourbillon spielt sie mit Spielfreude und Schwung und in wechselnden Streicher- und Bläserbesetzungen. Da hört man gern zu.
- Arnt Cobbers

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