Widmann: Streichquartette

WidmannminguetJörg Widmann ist im Moment erste Wahl, wenn es darum geht, staatstragende Programme, etwa zu Gedenkfeierlichkeiten, mit einem zeitgenössischen Stück zu versehen. Neben Wolfgang Rihm ist er sicherlich der gefragteste lebende deutsche Komponist. Ein wichtiger Bereich seines Werkes ist der Korpus der fünf Streichquartette, die Widmann zwischen 1997 und 2005 schrieb und die sowohl für sich stehen als auch zusammengenommen als Einzelsätze eines Meta-Quartetts verstanden werden können. Das Kölner Minguet Quartett hat sie nun bereits zum zweiten Mal aufgenommen und um zwei Frühwerke ergänzt.
- Arnt Cobbers

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Janácek: Orchesterwerke Vol. 2

JanacekgardnerDie zweite Folge der Janacek-Edition, die die Philharmoniker aus dem norwegischen Bergen unter ihrem künftigen Chefdirigenten Edward Gardner erarbeiten, präsentiert Bekanntes und Unbekanntes aus dem reichen Oeuvre des mährischen Spätromantikers auf dem Sprung in die Moderne: Vom kurzen Eifersucht, das wohl ursprünglich als Ouvertüre zu Jenufa gedacht war, über die Blanik-Ballade, die nach einem Gedicht entstandene Ballade Des Spielmanns Kind und die Rhapsody Taras Bulba bis hin zu zwei unvollendeten Spätwerken, der dramatischen Sinfonie Die Donau und dem Violinkonzert. Gardner und das Bergener Orchester treffen den in der Volksmusik verwurzelten, zuweilen dramatischen, aber ganz unsentimentalen Ton Janaceks genau, James Ehnes meistert den sperrigen Solopart im Violinkonzert bravourös.
- Arnt Cobbers

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Georges Bizet: Roma u.a.

BizetGeorges Bizet ist ein Phänomen: Carmen und die beiden Arlesienne-Suiten gehören zu den populärsten klassischen Musikwerken überhaupt, doch sein Schöpfer kommt kaum jemandem in den Sinn, wenn es um bedeutende Komponisten geht. Dass Bizet in seinen nur 37 Lebensjahren noch eine Menge mehr schöne Musik geschrieben hat, deutet die CD des irischen Rundfunksinfonieorchesters unter Jean-Luc Tingaud an: Die allesamt so gut wie unbekannten Stücke, von Bizets erster, mit 17 komponierter Ouvertüre in A bis zur Rom-Symphonie, zeigen den Pariser als erfindungsreichen, handwerklich versierten und mit theatralem Geschick begabten Komponisten eher leichter Musik.
- Arnt Cobbers

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Herbeck: Große Messe e-Moll

herbeckDer gestrenge Eduard Hanslick hielt die Große Messe e-Moll von Johann Ritter von Herbeck nach der Uraufführung 1866 für „das Vorragendste, was seit Schubert auf dem Gebiet der Kirchenmusik geleistet worden.“ Sie sei, und da hat er recht, „durchwegs einheitlich und in großem Styl gehalten, ernst und würdevoll.“ Herbeck verzichtet auf Solisten und verleiht ihr durch den Einsatz der Orgel einen besonderen Charakter. Das Werk ist eine Entdeckung, dem weitere folgen könnten – Herbeck hat u.a. sieben Messen und vier Symphonien komponiert. Derzeit kennt man den Wiener Hofkapellmeister nur noch als Entdecker und Uraufführungsdirigent von Schuberts Unvollendeter und Förderer von Bruckner. Chor und Orchester aus München und Gerd Schaller machen ihre Sache hervorragend.
- Arnt Cobbers

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