Domenico Scarlatti: Klaviersonaten

huangci2Die 555 kurzen Stücke, die Domenico Scarlatti zunächst Essercizi/Übungen und später Sonaten nannte, bilden einen faszinierenden musikalischen Kosmos, über dessen Hintergründe man wenig weiß. So stellt sich für jeden Scarlatti-Interpreten die Frage, wie er sein Programm zusammenstellen soll. Die in Hannover lebende amerikanische Pianistin Claire Hunagci hat nun eine frappierende Lösung gefunden: Sie bindet die Stücke zu größeren Einheiten zusammen und deutet sie zu Einzelsätzen von mehrsätzigen Suiten (auf der ersten CD) oder dreisätzigen Sonaten (auf der zweiten CD) um. Das funktioniert hervorragend, da sich unter Scarlattis Sonaten tatsächlich ouvertürenartige Stücke, Sarabanden, Gigues usw. finden. Noch wichtiger aber ist: Die junge Pianistin spielt ihren Scarlatti so leicht und ungezwungen, farbig und fantasievoll, dass es die helle Freude ist!
- Arnt Cobbers

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Spohr: Symphonien 7 und 9

spohr7Louis Spohr war einer der großen Komponisten seiner Zeit, heute wird er kaum noch gespielt. Hört man die dritte Folge der Spohr-Gesamteinspielung von Howard Griffith und der NDR Radiophilharmonie, weiß man warum. Im Booklet wird Ignaz Moscheles zitiert mit seinem Urteil über die Uraufführung von Spohrs Neunter: Es sei „die Behandlung und Instrumentation so künstlerisch vortrefflich wie immer“, aber „die Erfindung darin schwach“. Das trifft den Nagel auf den Kopf, auch in Bezug auf die Siebte. Das ist noble Musik, fein instrumentiert und von den Hannoveranern sehr delikat gespielt – aber sie gleitet über eine Stunde dahin, ohne irgendwie greifbar zu werden. Die in den Programmen, Die Jahreszeiten bzw. Irdisches und Göttliches im Menschenleben, angelegte Dramatik findet in der Musik keinen Widerhall, selbst das Sommergewitter rauscht vorbei, ohne die heiter gelassene Stimmung im Mindesten zu stören. Auch der charmante Walzer Erinnerung an Marienbad ist schön anzuhören, aber eine Minute später auch wieder vergessen.
- Arnt Cobbers

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Enescu: Symphonie Concertante, Symphonie Nr. 1

enescu-morkHannu Lintu und die Tampere Filharmonia beschließen ihn Zyklus der Enescu-Symphonien mit zwei frühen Werken: der 1905 komponierten ersten Symphonie und als Auftakt der Symphonie Concertante, einem symphonisch angelegten Cellokonzert, das Enescu mit 19 Jahren in Paris schrieb. Beides sind klangmächtige, emotional angelegte spätromantische Werke, in denen gelegentlich impressionistische Farben aufschimmern. Der fast im Dauereinsatz befindliche Solist Truls Mörk spielt den Virtuosenpart mit abgeklärter Souveränität, und Hannu Lintu am Pult des hervorragenden finnischen Orchesters sorgt dafür, dass Enescus Musik aufblüht, aber nie überkocht.
- Arnt Cobbers

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Joseph und Michael Haydn: Hornkonzerte

klieserFelix Klieser, der einzige wirklich prominente Solo-Hornist derzeit, hat nach seinem Echo-veredelten Debüt nun drei oder vier Konzerte der Wiener Klassik aufgenommen, wie man‘s nimmt. Zu den zwei bekannten von Joseph Haydn, die einmal für hohes Horn, einmal für tiefes Horn geschrieben sind und zusammen das ganze Spektrum des Instruments ausleuchten, gruppiert er das Concertino des Haydn-Bruders Michael und zwei Konzertsätze von Mozart, die Klieser als Sätze eines vielleicht verlorengegangenen zusammenhängenden Konzerts deutet. Gemeinsam mit dem munter mithaltenden Württembergischen Kammerorchester spielt der junge Hornist die Werke mit einer geradezu höfisch-anmutigen Leichtigkeit, klar und klangschön, und findet in den zahlreichen Kadenzen Raum, seine Virtuosität auszuleben.
- Arnt Cobbers

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