"Ich bin eigentlich ein Tüftler"

Jurowski

Ein Blind gehört
mit dem Dirigenten Vladimir Jurowski

Es ist bezeichnend: Als Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra und des Russischen Staatsorchesters in Moskau gastiert er an allen großen Orchestern und Opernhäusern. Und doch gönnt sich Vladimir Jurowski, der 1972 in Moskau geboren wurde und mit 18 nach Deutschland kam, zwei Monate, um an der Komischen Oper Berlin, wo seine Karriere begann, Schönbergs Moses und Aron vorzubereiten. Zweite Tage vor der Premiere nahm er sich eine Stunde Zeit für ein Blind gehört für die Zeitschrift Rondo, in deren aktueller Ausgabe dieser Text gerade erschienen ist. Er kommentierte bereits beim Hören.

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„Ein Chefdirigent muss einen langfristigen Plan haben“

Oramo


Sakari Oramo über die Einflussmöglichkeiten des Dirigenten,
die Verantwortung der Orchestermusiker und eines der großen Genies unserer Zeit

Der Intendant der Stockholmer Philharmoniker, Stefan Forsberg, schwärmt nicht nur in den höchsten Tönen von der Zusammenarbeit mit seinem Chefdirigenten. Er ist sich auch sicher: Wenn Sakari Oramo wollte, wäre er längst einer der großen Namen des Dirigenten-Jet-Sets. Da der 49jährige aber lieber Zeit im heimischen Finnland verbringt, macht er sich rar als Gastdirigent. Andererseits hat Oramo, der 1998-2008 Nachfolger Simon Rattles in Birmingham war, genug zu tun als Chefdirigent der Königlichen Philharmoniker Stockholm, des BBC Symphony Orchestra und des Ostbottnischen Kammerorchesters. Arnt Cobbers traf Oramo, der sehr gut Deutsch spricht, beim Sibelius-Nielsen-Festival Ende April in Stockholm.

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Georg Philipp der Große

 emma

Premierenkritik:
Telemanns Emma und Eginhard 
an der Staatsoper 

Wie würde wohl eine Oper von Johann Sebastian Bach klingen? René Jacobs meint, wie Telemann. Jedenfalls nicht wie Händel, meinen wir, von dessen endlosen Da capo-Arien in Emma und Eginhard (1728) nichts zu hören ist; auch das heroisch-tragische Melos Händels klingt hier nur einmal an. 

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Zu keinem Raum wird hier die Zeit

 Parsifal

Premierenkritik: Parsifal an der Staatsoper 

Schon das Vorspiel klingt merkwürdig spannungsarm. Von dem brennenden Fieber, das hier immer wieder hochkochen müsste, ist wenig zu hören. Die Gralswanderung im 1. Aufzug bestätigt den Anfangsverdacht: Auch hier herrscht gediegene Routine, Stadttheater-Niveau. Regisseur Dimitri Tschernjakow ist daran vielleicht nicht unschuldig.  

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